Write your story here. (Optional)
Diesen Blog unterteile ich in Teil 1 und 2: Teil 1 - die spanischen Pyrenäen Teil 2 - die französischen Pyrenäen
Die Pyrenäen mit dem Fahrrad?
2008 unternahmen mein Cousin Urs und ich mit gleichen Fahrräder die Französischen Alpen von Martigny bis Menton; 666 km und 15600 Hm! Dieses Jahr feierten wir beide den 66. Geburtstag (”Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an” / Udo Jürgens). Und so wollen wir heuer zusammen eine weitere Gebirgskette durchradeln. Wir sind sehr gespannt, was uns alles erwartet und wie wir diese Herausforderung meistern werden. Die Strecke nach Plan beträgt 669 km und ca. 13700 Hm. Wir starten am 20. Juni (übrigens am gleichen Tag wie dazumal die Französischen Alpen…) mit dem Zug von Zürich resp. Bern über Paris nach Perpignan.Aus Gewichtsgründen verzichte ich schweren Herzens auf meine Canon EOS5D Mark III! Für diesen Blog werde ich mit der Compact-Kamera Sony RX100 III (und ohne Zubehör) fotografieren.
Die Hotels sind fest gebucht und wir müssen die Etappenplanung einhalten.
Von Paris, Gare de Lyon, bis Perpignan sind die TGVs ohne Veloabteil bestückt. Daher sind Fahrräder nur in einer Velotransporttasche erlaubt. Komplizierter wird es dadurch mit den Velopacktaschen; denn diese können für den Transport nicht am Fahrrad angebracht werden, müssen also nebst der Velotransporttaschen getragen werden.
Die Fahrt nach Perpignan war im Grossen und Ganzen angenehm. Nervös sind wir in Bezug auf das Verstauen unserer Bikes, denn die Platzverhältnisse für das Gepäck sind wirklich sehr spartanisch. Aber wir haben Glück.Die Zugfahrt erfolgt über Paris, Gare de Lyon, wo wir auf den nächsten TGV nach Perpignan umsteigen müssen. Kein leichtes Unterfangen mit all dem Gepäck…!
PERPIGNAN - CANET EN ROUSSILLON - PERPIGNAN57 km / 266 Hm
Wir wollen ja unbedingt vom Mittelmeer zum Atlantik radeln. Perpignan liegt ca. 15 km vom Meer entfernt. So nutzen wir den ersten Tag mit einem Badevergnügen im eher kühlen Mittelmeer. Gleichzeitig bietet uns diese Etappe die Möglichkeit das Fahrrad auf seine Tüchtigkeit zu überprüfen.
PERPIGNANund LA FÊTE DE LA MUSIQUE
In ganz Frankreich ist an diesem Sonntag “La Fête de la Musique”. Die Stimmung in Perpignan ist grossartig. Etwa 20 Bands verteilt in der ganzen Innenstadt spielen Musik.
Nun kann es also losgehen. Von nun an geht es mehr oder minder nur noch westwärts.Die Etappe ist aufgrund der enormen Hitze sehr anstrengend (und war wohl einer der heissesten Tage in der ganzen Tour).
Mit einem vollbeladenen Bike können solche Wege tückisch sein!
Gerade noch rechtzeitig im B/B in Prats de Mollo angekommen; Sturm und Hagel!
PRATS-DE-MOLLO-LA-PRESTE - RIPOLL (E) 55 km / 945 Hm
Bedeckter Himmel - ab und zu Nieselregen. Drei bescheidene Pässe gilt es zu überqueren. Genau das Richtige um uns auf das Kommende einzustimmen. Nach dem Col de la Seille (1189) und dem Col de la Guille (1194) betreten wir auf dem Coll d’Ares (1513) katalonischen Boden, wo wir die nächsten sechs Tage spanische Pässe erklimmen werden.
Kurz vor Ripoll radeln wir auf einer wunderschönen ehemaligen, jetzt stillgelegten Eisenbahntrasse. Schon bald erreichen wir Ripoll.
RIPOLL - GOSOL61 km / 1291 Hm
Strenge vierte Etappe. Immer wieder mal hoch und runter. Zwei Pässe stehen auf dem Programm: Coll de Merrolla (1090) und Coll de la Trapa (1321). Unser heutiges Etappenziel: Gosol (höchst gelegenes Dorf in den spanischen Pyrenäen).
In Gosol übernachten wir in einer Blockhütte (Campingplatz), und im Restaurant erwartet uns nach dem obligatorischen Apéro ein vorzügliches Essen.
GOSOL - LA SEU D’URGELL 55 km / 897 Hm
2 Pässe: Coll de Josa (1630) und Alt de la Trava (1490) Der Höhepunkt dieser Etappe sind die pittoresken Bergdörfer sowie wunderschöne Flora entlang der Passstrassen. In der Zieletappe La Seu d’Urgell erwartet uns die bekannte Kathedrale sowie eine spannende Innenstadt.
Rassige Abfahrt von Urs
Die Kathedrale und die Innenstadt von La Seu d’Urgell.Wir übernachten in einem Paradores!
LA SEU D’URGELL - SORT53 km / 1197 Hm
Eine weitere sehr strenge Etappe, insbesondere wegen der grossen Hitze. Langer Aufstieg auf den Port del Canto (1725). Ich bin erstaunt, wie gut die Wanderwege markiert sind.
Kurz nach der Passhöhe befindet sich eine kleine Bar. Dies ist fast das Highlight der Etappe. Es ist so heiss… und eine kühle Erfrischung und sogar ein Stück Kuchen, serviert von einer mujer encantadora, ist einfach ein Riesenhit…! Der Radler im Hintergrund kommt von Liverpool!
Sehr schöne Hotelanlage. Und einmal angekommen, findet immer wieder die gleiche Prozedur statt…! Waschen, aufhängen etc.Da die Langzeit-Wetterprognose immer nur “schön” zeigt, entscheiden wir uns ein zweites Paket mit unnötiger “Ware” nach Hause zu schicken und dies für einen kleinen Unkostenbeitrag von nur EUR 45.—…!!!
SORT - ESTERRI D’ANEU36 km / 376 Hm
Die heutige kurze Etappe (ohne Pass…!), anstelle eines Ruhetages, ist ein reines Vergnügen. Wir beginnen, wie bei jeder Etappe, mit einkaufen - Baguette und kaltes Fleisch oder Käse.
Sort ist, was wir nicht wussten, DAS ZENTRUM für Wildwasserfahrten.Der Noguera Pallaresa ist der längste Fluss in den Pyrenäen und hier für die Paddler zugleich der interessanteste Wildfluss. Typisch für den Pallaresa ist der wuchtige Charakter des Flusses. Die im Unterlauf befindliche imposante Schlucht `Congost de Collegats´ gehört zu den schönsten Schluchten Europas.
Unsere Pension in Esterri d’Aneu. Offensichtlich begleiten uns auf unserer Tour immer wieder Musikaktivitäten - Just an diesem Samstag findet ein volkstümliches Fest statt!
In diesem Restaurant erleben wir eines der kulinarischen Highlights der Tour!!!
Und zu guter Letzt eine Crema Catalana und ein offerierter Carlos Primero!
Und wieder mal wartet Urs auf seinen Cousin… - Erstmals auf dieser Tour auf 2000 müM!
Als Vergleich: Passhöhe im Winter und im Sommer!
Im Hintergrund ist der höchste Berg in den spanischen Pyrenäen zu sehen: der Pico de Aneto im Maladeta-Massiv mit über 3.400 m.
Da sieht man den wahren Meister in der Abfahrt: etwas schneller Cousin Daniel – etwas langsamer Cousin Urs…?!
Bossost, die letzte kleine Stadt vor dem Grenzübergang nach Frankreich
Unser letzter Aufenthaltsort in Spanien das Hotel Garona in Bossost. Da müssen wir natürlich zum Abendessen uns Tapas und Paella genehmigen!
BOSSOST (E) - ARREAU (F)53 km / 1541 Hm
Zwei Pässe stehen in dieser Etappe auf dem Programm an: der Col du Portillon (1293) an der Grenze Spanien/Frankreich und der Col de Peyresourde (1569). Interessant zu bemerken, dass das Val d’Aran (u.a. Bossost), der einzige grössere Teil des spanischen Staatsgebietes ist, der nördlich des Hauptkamms der Pyrenäen liegt. Die Sprachen im Tal sind das einheimische Aranesische (ein Dialekt des Gascognischen, welches wiederum zum Okzitanischen gehört), das Katalanische und das Spanische (siehe Bild)!Es ist eine strenge Etappe. Abwechslung gibt es wegen der Panne eines Oldtimer Motorrads, welchem mit weiteren Oldtimern unsere ganze Aufmerksamkeit gilt.
Der Aufstieg zum Portillon befindet sich fast nur im Wald, wobei zum Teil erhebliche Sturmschäden zu bestaunen sind.
Und dann der lange Aufstieg zum Peyresourde.
Die schöne Abfahrt nach Arreau. Das Hôtel d’Angleterre gehört zu den besten Unterkünften während der Tour!
Das erste Nachtessen auf französischem Territorium ist einfach grandios…!
© 2026 Daniel Moser