Das allerbeste an Träumen von großen Fahrradabenteuern ist, dass sich der eine oder andere vielleicht in deinem Kopf festsetzt und immer wiederkommt. Bis daraus eine Idee wird. Und dann, wenn die Sonne tatsächlich wieder durch die Wolken scheint, vielleicht sogar ein echtes Erlebnis in der Wirklichkeit wird.
TAG 1 / 2
Jetzt beginnt mein Abenteuer! Um 16:30 Uhr verlasse ich die Oberrenggstrasse mit vollbeladenem Fahrrad in Richtung Zürich HB, wo Yves mit Familie mich erwarten. Kurz vor 20:00 Uhr heisst es Abschied nehmen. Mit dem City Night Line (Nachtzug) geht es nach Hamburg Altona.
Wie immer… nehme ich viel zu viel Gepäck mit. Eine echte Herausforderung! Doch es erwarten mich vermutlich verschiedene Wetterlaunen.
Ich werde versuchen, den Blog so gut es geht aktuell zu halten. Dazu braucht man aber eine Internet Verbindung. Und das ist eben so eine Sache…
Pünktlich erreichen wir Hamburg. Viel habe ich nicht geschlafen; vielleicht ein paar Minuten…. Na ja, spielt keine Rolle. Die erste Fahrt zum Hotel mit dem Garmin Gerät ist kein Problem. Er führt mich sicher zum Ziel. Als erstes buche ich gleich eine Stadtrundfahrt, die bei den St.Pauli Landungsbrücken beginnt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Reeperbahn – Kirche St. Michaelis - Rathaus – Alster – Speicherstadt – Neuer Hafen – Elbphilharmonie etc. mit einschliesst.
Am späten Nachmittag Besuch des Fischerhafens, wo ich im gleichnamigen Restaurant ein ausgezeichnetes Abendessen geniesse.
Die ersten Eindrücke von Hamburg; zum späten Lunch nach der Sightseeingtour ein Fischbrötchen in der Fischbrötchenstube auf der "Brücke 10"!!
Nach einer praktisch schlaflosen Nacht im Zug und einer Sightseeingtour sowie schon einigen Kilometer unter den Füssen, geniesse ich noch ein Bier, bevor ich mich todmüde in die Horizontale begebe.
TAG 3
Das Wetter hat sich leider verschlechtert; am Nachmittag soll Regen und Gewitter aufkommen. Heute spule ich nochmals die wichtigsten Quartiere zu Fuss ab. Zeit zu fotografieren, Kaffee zu trinken und sogar in einem syrischen Restaurant eine Kleinigkeit zu essen, und ein erster Test für mein Knie. Ich schätze, dass ich etwa 20 km zu Fuss unterwegs war. Kurzentschlossen entscheide ich mich schon heute für einen Besuch in der Elbphilharmonie, denn das Licht könnte für einige Aufnahmen von der Aussichtsplattform aus nicht besser sein. Am Abend lockt mich wieder der Fischerhafen für ein weiteres Fischessen in einem anderen Restaurant.
TAG 4
Die Hafenrundfahrt
Gemäss Wetterprognosen konnte ich davon ausgehen, dass am Donnerstag schönstes Sommerwetter sein würde. Darum sparte ich mir die grosse Hafenrundfahrt für heute auf. Und was für ein Glück: Riesencontainerschiffe sind über Nacht im Hafen eingefahren, u.a. die zweitgrösste Kategorie von Containerschiffen. So eindrucksvoll. Dann ein Thunfischsteak vom Grill im Portugiesen Viertel zum Lunch und abends das Konzert in der Elbphilharmonie. Die Konzerthalle ist wirklich sehr beindruckend und vor allem auch riesengross. Das Orchester befindet sich praktisch in der Mitte der Halle, was, so wurde mir gesagt, grosse Ansprüche an das Orchester und den Dirigenten mit sich bringt. Über die Akustik hört man verschiedene Meinungen. Ich fand sie jedenfalls gut.
Lunch im Portugiesen Viertel
Die Elbphilharmonie und das Konzert
Ja, die Elbphilharmonie ist so eine Sache: Ich zitiere aus Wikipedia:
Die Elbphilharmonie (kurz auch "Elphi" genannt) ist ein im November 2016 fertiggestelltes Konzerhaus in Hamburg. Sie wurde mit dem Ziel geplant, ein neues Wahrzeichen der Stadt und ein "Kulturdenkmal für alle" zu schaffen. Die Fertigstellung des Gebäudes war nach einem mehrjährigen Vorlauf für das Jahr 2010 vorgesehen, verzögerte sich jedoch mehrfach. Die Baukosten betrugen am Ende mit rund 866 Millionen Euro etwas mehr als das 11,24fache der mit ursprünglich 77 Millionen Euro geplanten Summe.
Abschied von Hamburg
TAG 5 / 6
Um 9:28 Uhr verlässt der RE Hamburg nach Kiel. Im Veloabteil bekomme ich Gesellschaft: Eine 8er Fahrradgruppe, die ebenfalls nach Oslo geht. Sie sind mit dem Minimum ausgerüstet. Das ist eben heute IN... Gravelbikes mit Bikepacking-Taschen. Sie sind mit dem Zelt unterwegs, sind aber auch etwas jünger als ich...!
Ich war schon einige Male mit einer grossen Fähre unterwegs, aber die Color Line FANTASY schlägt alle bisherigen Rekorde... Dieser Luxus, so viele Restaurants, Dancing, Riesenschwimmbad auch für Kids, Legoland etc etc. Ich habe eine Familie kennengelernt, die mit ihren 4 Kindern einfach das Wochenende auf der Fähre verbringen; also Kiel - Oslo und Oslo - Kiel schnell mal übers Wochenende... Und die Kinder kosten anscheinend nichts!
Einfahrt im Hafen von Oslo / Das wunderschöne markante Opernhaus direkt am Wasser / Riesen Applaus für die Vorstellung
TAG 7
Um 8:02 Uhr fährt der Zug nach Trondheim; bedeckter Himmel. Die Fahrt unternahm ich schon mit Volker in umgekehrter Richtung. Nach 6½ Std treffe ich in Trondheim ein. Besuch der wunderschönen Kathedrale, wo man neuerdings nicht mehr fotografieren darf, worüber ich mich tödlich aufrege… Nach einem asiatischen Nachtessen kehre ich zurück zum Hotel, wo ich um Mitternacht noch ganz angezogen im Bett erwache!! Ich war wirklich total kaputt!
Tag 8 - 11
Heute beginnt für mich eines der Highlights auf dem Hinweg zum Nordkap! Im September in der Toskana buchte ich früh die Fahrt von Trondheim nach Honningsvag, das Tor zum Nordkap.
Das Hurtigruten Schiff Vesteralen ist das zweit-kleinste Schiff der Hurtigruten Flotte und ist nach dem ersten Hurtigruten Schiff benannt, das an Norwegens rauer Küste 1893 entlangfuhr.
Die Vesteralen I / II und III
Auf dem Deck E und F / Der Küchenchef offeriert Miesmuscheln aus der Region / Meine Kajüte
Gegen Mitternacht fahren wir in das Trollefjorden. Definitiv eines der Highlights auf der Hurtigruten Linie. Der Trollefjorden ist ein 2 km langer Seitenarm des Raftsunds, der die norwegischen Regionen Lofoten und Vesteralen voneinander trennt. Der Name Trollefjorden leitet sich von den Trollen, den Zauberwesen der nordischen Mythologie, ab.
Auf dem Raftsunds
Der Trollefjorden: Links oben der schmale Eingang des Fjords / Eine norwegische Fischsuppe um Mitternacht wurde offeriert / Ganz unten das Ende des Fjords
Im Innern der Vesteralen: Die Cafeteria / Die Rezeption / Gang zu den Kabinen / Der Speisesaal
In Tromsö Ausflug zu den Huskys
Ich durfte kurz vor Honningsvag auf die Schiffsbrücke
Wir nähern uns langsam aber sicher Honningsvag. Die Landschaft ist kahl und da oben herrscht Permafrost. Die Temperatur liegt bei 5 Grad, aber schönes Wetter.
Was für ein Erlebnis auf so einem Hurtigruten Schiff. Schweren Herzens verabschiede ich mich von der Vesteralen!
Nun endet der erste Teil der Reise. Jetzt beginnt die Fahrradtour zuerst zum Nordkap und dann immer Richtung Süden
© 2026 Daniel Moser